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Vor der Umsiedlung

Die letzten Jahre vor der Umsiedlung

Der letzte Abschnitt der Geschichte ist erfüllt von Kämpfen um Glauben und Volkstum. Der Kampf auf kulturellem, kirchlichem und schulischem Gebiet stellte die deutschstämmigen auf harte Proben. Von der Eingabe der Deutschen an den König wurde nur die um Aufhebung der Enteignungsgesetze erfüllt. Auf allen anderen Gebieten setzte eine Romanisierungspolitik ein, die fast zwei Jahrzehnte anhielt. - Die Schule wurde mit der Begründung verstaatlicht, daß die Lehrergehälter nach der Wiedereröffnung 1918 von der Landschaft (Semstwo) bezahlt wurden, das war nur eine beabsichtigte Entstellung der Tatsachen, nach dem Grundsatz: "Wer bezahlt, der ist der Herr!" Während aber der russische Staat die Schulgebäude den Gemeinden überlassen hatte, sackte der rumänische diese auch ein. Die Bessarabiendeutschen waren in der Schule Fremde im eigenen Haus. Was die Russen in einem Jahrhundert nicht fertigbrachten, wollten die Rumänen in zwei Jahrzehnten erreichen. Die treibende Kraft war der Unterrichtsminister Anghelescu im Kabinett Professor Jorga. 1931/32 hatte er es erreicht, daß alle Fächer in der rumänischen Sprache erteilt wurden; dem Lehrer blieb überlassen, in Überstunden Deutsch zu unterrichten. Der Religionsunterricht, in deutscher Sprache gehalten, wurde auf eine Wochenstunde begrenzt und diese am Wochenende angesetzt. Lehrer, die sich den Vorschriften der Schulbehörde widersetzten, hatten mit Schikanen und Amtsentsetzung zu rechnen. Wenn noch eine deutsche Stunde gehalten wurde, so ist das dem guten Gewissen des Lehrers gegenüber den Eltern und den Bürgern zu verdanken. Obwohl die wirtschaftliche Krise in der rumänischen Ära, besonders in den letzten Jahren, kein Ende nahm, ging der Kampf um die Rückgewinnung der Kirchenschulen seitens bessarabischdeutscher Organisationen mit unverminderter Entschlossenheit fort. Ohne deren entschiedene Haltung wäre der Kampf verloren gewesen. Der Staat gab im Anblick seiner bedrohlicher werdenden außenpolitischen Lage nach. Es war ein erfreulicher Abschluß der Geschichte, daß im Jahre 1938/39 der größte Teil der Volksschulen als Kirchenschulen wiedereröffnet werden konnte. Die Einführung der rumänischen Verwaltung raubte den Deutschen den letzten Rest von Selbstverwaltung. Die Waisenkassen, eine segensreiche Einrichtung, wurden aufgehoben (1924). In die Gemeindeverwaltung, in die bis zur russischen Revolution 1917 nur deutsche Dorfansässige gewählt werden konnten, zogen jetzt alle Nationalitäten mit aktivem und passivem Wahlrecht ein. In den Marktflecken war der deutsche Charakter der Gemeinde besonders gefährdet. Da schlug die Schicksalsuhr für die Deutschstämmigen die letzte Stunde.

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