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Geschichte Fam. Jethon

Tausende plötzlich vom Wanderfieber befallen

Leichtes Spiel für die kaiserlichen Werber in 18. Jahrhundert - Die Geschichte pfälzischer Kolonisten

Den pfälzischen Kolonisten in Galizien und Bessarabien wurde nichts geschenkt. Nur mit eiserner Energie und Fleiß konnten sich fern der Heimat eine Existenz aufbauen. Mit welchen Strapazen und Enttäuschungen dies verbunden war, schildert ein Bericht den uns Heinrich Scherer aus Heuchelheim übermittelt hat. Er wurde verfaßt von Wilhelm Adam (Bild), der die Geschichte seiner Vorfahren rekonstruiert und zusammengestellt hat.Als Nachfahre in der achten Generation einer alten Kolonistenfamilie bin ich am 11 April 1927 in Strymbeni/ Bessarabien geboren. Meine Urahnen Johann Adam und Anna Maria Vesper waren um 1700 in Heuchelheim bei Frankenthal geboren. Von sieben Kindern wanderte der jüngste Johann Adam, im alter von 49 Jahren mit sieben Personen nach Brigidau / Galizien aus. Gleichzeitig ging auch eine Familie Diehl nach Galizien, über deren Schicksal nichts mehr bekannt wurde. Als im Jahre 1940 deutsche Truppen nach Bessarabien kamen, schlug man mir und meinen beiden Brüdern vor, nach Deutschland zurückzukehren. Unsere Eltern hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon früh verloren, so daß wir einwilligten. Rückblickend sind wir heute froh, diesem Vorschlag damals gefolgt zu sein. Allerdings wurde ich hier noch Soldat und als Kriegsteilnehmer verwundet. Meine Frau Frieda Müller, in Katzbach / Bessarabien geboren, lernte ich in Deutschland kennen. In Burscheid / Rheinland haben wir uns einen festen Wohnsitz gegründet. Nach 40 Jahren des Suchens fand ich die Urheimat meiner Ahnen in Heuchelheim, das wir im Mai diesen Jahres besuchten. Es war ein eigenartiges Gefühl, auf den Spuren der Vorfahren zu wandern. Den nachfolgenden Bericht schrieb ich nach Mitteilungen meiner Eltern, ergänzt durch literarische Hinweise auf Bitten von Freunden nieder:

Auswanderung nach Galizien
Diese Auswanderungsgeschichte begann mit dem Ansiedlungspatent des Kaisers Josef II. Vom 17. September 1781 und dem Toleranzpatent vom 13. Oktober des gleichen Jahres. Diese fanden in der Kurpfalz und der Pfalz große Beachtung. Die Kaiserlichen Werber schilderten das Land Galizien als ein wahres Kanaan: Günstige Lebensverhältnisse, große Zuteilung besten Bodens, gute Erwerbsmöglichkeiten, Steuerfreiheit für viele Jahre und anderes mehr wurde von ihnen verheißen. Stark war der Widerhall. Vielen war die Heimat verleidet. Schwer hatten sie unter den Franzoseneinfällen und unter Verwüstungen und Brandschatzungen zu leiden. Die Pfalz zerfiel in 37 Herrschaften und die Auseinandersetzungen der oft untereinander verfeindeten Landherren zogen die Bevölkerung ebenfalls schwer in Mitleidenschaft. Auch die kirchlichen Verhältnisse waren trostlos; von Glaubensfreiheit konnte keine rede sein. Dazu kam, daß die Pfalz überbevölkert und der Landhunger daher groß war. Die kaiserlichen Werber hatten leichte Arbeit. Es schien, als wären die Menschen vom Wandertrieb befallen. Die Auswanderungsstellen wurden förmlich gestürmt. Kleinbauern und Handwerker aber auch Abenteurer und Glücksritter traten die Fahrt in das "Wunderland im Osten" an. Auf dem Land und Wasserweg ging es nach Wien. Hier wurden sie in Auffanglagern untergebracht, betreut und registriert. Mit Pässen und Reisegeld versehen, traten sie die weite Reise in das Land ihrer großen Hoffnung an. Das Hauptkontingent stellte die Pfalz, kleinere Kontingente Rheinhessen, Schwaben und andere rechtsrheinische Gebiete. Genau läßt sich die Zahl der Auswanderer nicht angeben, da viele um keinen Losschein erwerben zu müssen, ihr Land illegal verließen.

In der Zeit von 1782 bis 1800 haben sich rund 15000 West und Südwestdeutsche im Kronland Galizien angesiedelt, davon allein 8393 Personen aus dem Bereich des heutigen Rheinland-Plalz. Die Auswanderer zogen in größeren Gruppen von Wien über Brünn, Ölmütz, Mährisch Neustadt, Troppau, zunächst nach Bielitz- Biala. In Biala betraten sie galizischen Boden. Mühsam quälten sich die Gespanne nun vorwärts, denn die Wege waren schlecht, bei Regenwetter wurden sie grundlos. Bei ungünstiger Witterung mußten die Auswanderer in Klöstern, Judenhäusern und Katen polnischer oder ukrainischer Bauern eine Unterschlupf suchen. Die Sterblichkeit unter ihnen war groß, die Kindersterblichkeit erschreckend. Erschütternde Szenen spielten sich an den Zuwanderwegen ab, doch den Tiefpunkt ihrer Leiden sollten die Siedler erst auf dem Boden erleben, dem sie mit so großen Hoffnungen zustrebten und der ihnen die neue Heimat werden sollte. Groß war die Enttäuschung der Ankömmlinge als von den verheißenen Häusern und Wirtschaftsgebäuden nichts zu sehen war. Die Ansiedler, bei denen es sich fast durchweg um kinderreiche Familien handelte, mußten bereits im Herbst 1782 aber auch noch in den folgenden Jahren in Notunterkünften hausen: in Klöstern, Judenhäusern, und Elendshütten slawischer Leibeigener. Seuchen, besonders die Blattern rissen große Lücken in die Familien und Sippen. Aus Verzweiflung ergaben sich weniger Charakterfeste der Trunksucht. Viele forderten ihre Pässe zurück und zogen weiter ins Buchenland, nach Rußland oder nach Ungarn. Trotz aller Widerwärtigkeiten gedieh dennoch langsam das Werk. Je nach Zahl der Arbeitskräfte und dem mitgebrachten vermögen erteilte man den Kolonisten ganze, halbe oder viertel "Ansässigkeiten" (unter Ansässigkeiten ist die Zuteilung an Land zu verstehen, auf dem der neue Landwirtschaftsbetrieb erstehen sollte). Bei der Bestiftung (Landzuteilung) ergaben sich für die Siedler allerlei Enttäuschungen, erfolgte diese doch oft unter ihren Erwartungen. Nach den Bestimmungen von 1784 sollten die mittellosen Siedler mindestens 20 Korez, das sind 7,6 Hektar Land. erhalten, jene mit 200 Gulden Besitz 30 Korez und jene mit 500 Gulden 40 Korez (15,2 Hektar) zugeteilt bekommen. Der Häuserbau war nach dem Ansiedlungspatent Aufgabe der Regierungsbehörde. Das Wohnhaus des Ansiedlers sollte 8 mal 8,5 Meter im Grundriß haben, was freilich sehr knapp bemessen war. Zur Ausstattung eines Bauernhofes mußte die Regierung auch den Viehbestand, bei einer "Halben Ansässigkeit" zwei Pferde oder Ochsen, zwei Kühe und ein Schwein, sowie die erforderlichen Geräte und Werkzeuge wie Pflug, Eggen, Zuggeschirr, Sensen, Heu- und Dunggabeln, Schaufeln, Spinnrad und so weiter bereitstellen. Nach dem Willen des Kaisers sollten die Deutschen geschlossene Gemeinden bilden, doch waren die Kolonien meist räumlich weit voneinander entfernt, neben slawische gelegt oder in diese eingebettet. Sie sollten stark genug bleiben, um ihre Eigenart, ihre kulturelle und sittliche Höhe zu wahren und zu erhalten, damit sie den Ureinwohnern in jeder Hinsicht Vorbilder und Lehrmeister sein konnten. Ohne Überheblichkeit darf gesagt werden, daß die Ansiedler das in sie gesetzte Vertrauen des Monarchen gerechtfertigt haben. Unsäglich schwer war der Anfang. Aus Gestrüpp und abgeholztem Waldboden, aus sumpfigen Brüchen und steinigem oder sandigem Brachland galt es oft, Kulturboden zu gewinnen. Aber nicht die schwere Arbeit war es, die die Siedler so hart prüfte, nicht das ungewohnte Klima, nicht die feindliche und fremde Umwelt machte ihnen schwer zu schaffen, sondern das bedrückende Gefühl, nicht mit den Lasten fertig zu werden, die auf ihren Anwesen lagen, wie da waren Zins, Steuern, übermäßig viele Dienst- und Vorspannleistungen. Die erste Einwanderungsgeneration hatte mit einem unbändigen Gestaltungswillen, mit Fleiß und Ausdauer, bei. Großer Entsagungs- und Opferbereitschaft, die Voraussetzung für einen gedeihlichen Fortgang des Siedlungswerkes geschaffen. Die Arbeit und Verantwortung lagen nun bei der zweiten, der bereits in Galizien geborenen Generation. Sie konnte, ja Sie mußte es auch wagen, aus den zu eng gewordenen Stammdörfern nach Neuland für die Nachkommen Ausschau zu halten und Tochtersiedlungen zu gründen. Die Tochtersiedlungen bauten auf wesentlich anderen Grundlagen auf als die Stammdörfer. Der österreichische Staat hatte nach 1815 jedes Interesse an der Kolonisation verloren. Land zu vergeben hatten jetzt nur die galizischen Großgrundbesitzer. Was sie anzubieten hatten, waren verstrauchte Hutweiden oder abgetriebene Waldböden, die erst gerodet werden mußten. Mit dem Ableben des Volkskaisers erlosch auch die staatlich gelenkte Obsorge für die Ansiedler. Ihren Auftrag hatten sie erfüllt, aber in ihren .Erwartungen sahen sie sich vielfach bitter enttäuscht. Der Historiker Professor Dr. Raimund Friedrich Kaindl schreibt: "Sie haben das Brot der Adoptivheimat nicht umsonst gegessen, sondern ihres Volkes Ehre gewahrt, friedlich erfolgreiche Arbeit geleistet und ein tüchtiges Werk geschaffen." Die Tochtersiedlung Kolornea, in der mein Großvater Heinrich Adam am 2. Juni 1870 geboren wurde, war im Jahre 1819 gegründet worden. 'Als Josef II im-Jahre 1790, kaum neunundvierzigjährig seine Augen für immer schloß, folgte die große Enttäuschung. Diese und die damaligen politischen Ereignisse nutze die damalige Medenicer Herrschaft aus, die nach sechs Jahren jetzt zu leistende Zug- und Fußrobot (bestimmte Abgaben) nach Belieben zu erhöhen, ohne daß es eine ordentliche Abrechnung darüber gab. Die Folge waren Armut und Hungersnot, die noch durch Dürreperioden, Mißernten und Seuchen gesteigert wurden. Viele verließen ihre Wirtschaften, wanderten nach Amerika aus oder zogen weiter nach Bessarabien.

Die Auswanderung von Galizien nach Bessarabien

Auch einige meiner Vorfahren mütterlicherseits begaben sich bereits 1881 auf Landsuche nach Bessarabien. Dort gründeten die Neusiedler zwischen 1881 bis 1890 die Orte Strymbeni, Alt-Oneschti und Neu-Oneschti. Aus einem Bericht der Unterstützungskasse in St. Petersburg geht hervor, daß die Gemeinde Strymbeni im Jahre 1906/07 in Kischinew eingepfarrt war, 245 Seelen zählte, darunter 80 Schulkinder, daß sie ein Bethaus hatte, außerdem eine Schule ihr eigen nannte, die eine Kirchenschule war. Die meisten Leute waren arm, doch konnten sie 816 Deßjatinen (eine Deßjatine- 1,0925 Hektar) Land in Pacht nehmen. Davon waren 600 Deßjatinen gute Weide, die zur Viehzucht überaus geeignet war. Außerdem konnten die Gemeindeglieder von dem 700 Deßjatinen großen Nachbargut noch nach Belieben Land hinzupachten. Der Fleiß, die schlichte Lebensweise und der ernste Wille, festen Fuß zu fassen, trugen dazu bei, daß sich bald ein gewisser Wohlstand einstellte. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Strymbeni mit Selbstbindermaschinen gemäht und mit Dreschmaschinen gedroschen. Es kam in dieser Zeit niemand in den Sinn auszuwandern, denn gegenüber Galizien hatten die Siedler ihre Lage sehr verbessert. Die Gemeinde Alt-Oneschti, deren Einwohner zu 85 -Prozent auch aus Galizien kamen, wurde 1885 auf Pachtland, das Besitzern in Kischinew gehörte, gegründet. Das Land war verwahrlost und konnte ganz billig gepachtet werden. Etappenweise kamen die deutschen Pächter, nach dem zuerst ein guter Versuch gemacht worden war. Die Briefe, die von Strymbeni aus mit guten Nachrichten kamen, lockte andere Deutsche aus Galizien und Österreich nach Bessarabien. Durch dauernden, wenn auch langsamen Zuzug kam es zu einem Dorf, das bei der Umsiedlung 1940 bereits um 400 Seelen zählte. Auch hier stellte sich ein rascher Fortschritt ein. Von Anfang an sorgte die Gemeinde für Kirche und Schule. Ein Bethaus diente zugleich als Schulraum. Wie die Galiziendeutschen allgemein, hielten auch die Gemeindemitglieder in Alt- Onetschi sehr streng zu Kirche und Schule. Sie scheuten keine Opfer. Selbst nach der Agrarreform, als sie mit einem Schlag verarmt waren, legten sie den Grundstein zu einer Kirche. Die Umsiedlung verhinderte die Vollendung des Baues. Erst im Jahre 1890 wurde die Gemeinde Neu-Onetschi unweit der großen Heerstraße Kischinjew - Huschi gegründet. Auch hier kamen die meisten Siedler aus Galizien, aber auch aus dem Süden Bessarabiens. Die wirtschaftlichen Verhältnisse entwickelten sich ähnlich wie in Strymbeni und Alt-Oneschti. Die Anzahl der Bewohner hatte sich bis zur Umsiedlung auf 320 erhöht. Hart war das Schicksal und schwer waren die Lasten, die unseren Ahnen auferlegt wurden, doch stärker, der Wille und Mut zum Vollbringen. Zu keiner Zeit entzogen sie sich ihrer Aufgabe und Verpflichtung. Viele Opfer, Blut und Tränen wurden von ihnen gefordert, besonders in den beiden Weltkriegen. Auch derer sei gedacht, die dem Haß der Fremdvölker, besonders aber den Polen zum Opfer fielen und dies nur weil es Deutsche waren. Ihre Zahl ist nicht klein. Ihrer gedachte Jakob Wolfer in seinem Gedicht, das dem Stil dieser Zeit entspricht:

"Land der Gräber und Kreuze"
Getränkt von dem Blute gefallener Scharen
von Slawen, Mongolen, Türken, Tataren.
Gepriesen von Werbern, die nie dich gekannt,
so fanden sie dich, o du seltsames Land,
die Ahnen vom Reich,
und du nahmst sie gleich.
Viele Jahre hast du ihren Schweiß dar getrunken,
darüber sind viele in Gräber gesunken.
So nahmst du allmählich Geschlecht um Geschlecht,
ernährtest die Jüngeren selten nur recht,
gabst kärglichen Lohn
dem Siedlersohn.
Geadelt durchs Sterben,
gefallener Krieg des Weltringens Opfer,
verblutete Sieger umfingst du gar viele
oft ganz unbekannt
und tränktest durch Blut dich,
du durstiges Land,
mit purpurnem Blut,
dem kostbaren Gut.

Im Jahre 1931 jährte sich der Tag, an dem Kaiser Josef II. das Ansiedlungspatent erlassen hatte, zum I50. mal. Es war das Jahr des großen, wehmütigen Gedenkens an die Auswanderung und an die Ansiedlung im Osten. Wie ein tiefes Atemholen der Seelen war es. Volksblatt und Gemeindeblatt trugen die Kunde bis in die entferntesten Dörfer und Weiler hinaus. Von den Kanzeln herab erklang die Kunde von der Urväterheimat, vom opferreichen Werk der Siedler, von ihren Freuden und Leiden. In dem Epos von Jakob Enders: "Heit is Kerb, morge is Kerb" wird ein Gedenkgottesdienst geschildert Es heißt da In Pfälzer Mundart:

Un der Parre predicht heit,
predicht vun der alte Zeit,
wie mol aus der Palz am Rhei(n)
deutsche Mensche kumme sei(n)'
un dorch Arwet, Schweeß und Blut
un in Glaawe un mit Mut
nore uf sich lee(n) gestellt
hun geschafft een neii Welt.
Ja des war vor langer Zelt
un die Palz so weit so weit
Heemweh - manchi Trän heit rinnt
Mutter Palz, denkscht an dei(n) Kind?
Still Gebet - die Swica rauscht:
uf ehr Lied ee(n) jeder lauscht;
jeder horcht in sich enei(n)-
rauscht so in der Palz der Rhei(n)?
Amen - un die Kerch werd leer;
manchem is des Herz so schwer,
kummt net los vun seine Träm.
Wo bischt du, mei(n) Herz, deheem?

(Die im Gedicht erwähnte Swica ist ein rechter Nebenfluß des Dnjestr). Auch für die Pfarrgemeinde Ugartsthal sollte die Hundertfünfzigjahrfeier ein tiefes, nachhaltiges Erlebnis werden. Pfarrer Julius Schick, seine Ahnen waren aus dem heutigen Bereich von Rheinland-Pfalz eingewandert, legte seiner Festpredigt ein Bibelwort des Propheten Hesekiel zugrunde, das da lautet: "Gedenket der vorigen Tage!" Er legte die Bibel aus den Händen und sprach seine Gemeinde in der vertrauten Mundart an. Er ließ sie teilhaben an der Freude und dem Leid der verflossenen 160 Jahre. In ihrer geliebten pfälzischen Muttersprache klangen ihnen die Worte ihres treuen Seelsorgers entgegen. Ein erstauntes und erschüttertes Aufhorchen und dann leises Weinen. Tiefbewegt verließen die Menschen nach dem letzten Amen das Gotteshaus. Es war ihnen, als hörten sie aus unendlichen Fernen die Glocken der Urväterheimat und das geheimnisvolle Rauschen des Rheins. Wir, die wir die alte Heimat noch zum Teil bewußt erlebt haben - (Wilhelm Adam, der einer alten Kolonistenfamilie aus Heuchelheim entstammt, ist selbst 1927 in Strymbeni Bessarabieri geboren. Die Red.) sind es unseren Vorfahren schuldig und verpflichtet, auch ihre Siedlungsgeschichte für unsere Nachkommen festzuhalten. Ich hoffe und wünsche, daß ich durch die Beschreibung des Weges meiner Ahnenforschung die nachfolgende Generation in weitem Umfange dazu aufgemuntert habe, sich auch auf dem Gebiet der Familienforschung zu betätigen und im nüchternen Alltag hin und Wieder der Daseinsverbundenheit mit den Vorfahren zu gedenken als einer unversiegbaren Kraftquelle, aus der man reichlich schöpfen kann. Das Kennenlernen seiner Ahnen ist zweifellos ein natürlich gegebener Wunsch, der fast in jedem Menschen heimisch ist und der bei einiger Hingabe und Liebe zur Ahnenforschung von Jedermann - nicht nur von dem fachmännisch Gelehrten - verwirklicht werden kann. Ein Volk, das seine Vergangenheit achtet, hat auch eine Zukunft. Anmerkung: Im Land an der unteren Donau wird Bessarabien westlich vom Pruth, der in die untere Donau mündet, Im Osten vom Dnjestr, dar zum schwarzen Meer abfließt, und im Südosten vom Schwarzen Meer umschlossen. Die grüne Nordwestgrenze geht bis zur Bukowina (Buchenland). Mit 44422 Quadratkilometer war Bessarabien damals kleinstes Gouvernement des zaristischen Rußland. Von 1818 bis 1940 war das Land rumänisch. Im Sommer 1940 hat die UdSSR im Zuge der politischen Neuordnung auf dem Balkan Bessarabien wieder in Besitz genommen. Als sich Wilhelm Adams Vorfahren 1881, aus Galizien kommend, in Bessarabien niederließen, befanden sich dort rund 37000 deutsche Siedler. Im Oktober 1840 wurden 93329 Menschen umgesiedelt Die deutsche Bevölkerung in Bessarabien hatte sich somit trotz Pest und Cholera fast verdreifacht.

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